"Schlage keinen Nagel in die Wand
Wirf den Rock auf den Stuhl
Warum vorsorgen für vier Tage?
Du kehrst morgen zurück."

Dieses Gedicht stammt aus der Feder Brechts, geschrieben in einem Lebensabschnitt in dem er wohl am unglücklichsten war:

Die Zeit seines Exils.

Obwohl er im Exil an Orten wohnte, welche landschaftlich sehr schön und vielfältig waren wünschte er sich nichts sehnlicher, als in seine geliebte Heimat zurückzukehren.

Und dann eines Tages war es soweit:

Es ist 1948 der Krieg ist schon ein paar Jahre vorbei und Brecht macht sich auf den Weg in die Heimat, Berlin.

Zu welchem Zeitpunkt kann Brecht sagen er sei in der Heimat angekommen? Welche Grenze muss er überschreiten, ja an welchem Platz muss er vorbeikommen um sich „zu hause“ zu fühlen?

 An konkreten Straßen, Plätzen oder Häusern lässt sich das nur schwer festmachen, ist Brecht doch in ein vom Krieg fast vollständig zerstörtes Berlin zurückgekehrt. Viele seiner geliebten Freunde waren gestorben oder aus der Stadt geflohen. Dennoch kehrt Brecht zurück und fühlte sich endlich wieder zu hause.

Weswegen?

Trug er nicht schon all die Jahre im Exil seine Heimat im Herzen, war aber nicht bereit sie auf sein Umfeld wirken zu lassen?

Ich glaube das Heimat auch immer mit Vergangenheit verbunden ist. Also nichts weiter als ein Gefühl von Geborgenheit, eine Erinnerung an frühere Zeiten, ja vielleicht sogar eine Art Illusion.

5.3.07 23:42

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Frodo (6.3.07 22:11)
Dein letzter Satz spricht Wahrheiten aus.

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