zitate

Heimatlied?

„Heimatlieder“ müssen keine Lieder sein, in denen das Wort Heimat, Geborgenheit oder Vertrauen vorkommt.
Ein Heimatlied ist für mich ein Lied,
das mir gefällt,
das ich irgendwo an einem Ort an dem ich mich sehr wohl fühle
einmal gehört habe.
Wenn ich das Lied wieder höre fühle ich mich sofort an den Ort und die Situation zurückversetzt. Das ist für mich ein Heimatlied.

25.2.07 22:49, kommentieren

fernweh

wenn man am meer steht, soll man aufhören zu wollen

1 Kommentar 25.2.07 21:32, kommentieren

Transformation

Wer das Gefühl von "habe niemals eine Heimat gehabt" musikalisch entdecken möchte, könnte es mal mit SUMMER WINE von Ville Valo und Natalie Avelon probieren.

1 Kommentar 23.2.07 23:06, kommentieren

Orte und Fremde in dir

Ihr kommt an einen fremden Ort und dieser erweckt in euch sofort Heimatgefühle, weil er so viele Ähnlichkeiten zu ihr aufweist. Das ist Heimat.

Ihr kommt an einen fremden Ort und denkt euch "Hier war ich schon" oder/und "Das kommt mir bekannt vor" oder/und "Ist das ein Déjà Vu?". Das ist Heimat.

Ihr kommt an einen nie betretenen Ort und habt das Gefühl das ihr hier zuhause sein könntet, weil es euch Wärme und Nähe gibt. Das ist Heimat.

Ihr kommt an einen nie gesehenen Ort und wisst, dass ihr hier zuhause sein und nirgendwo anders das Dasein fristen wollt. Das ist Heimat.

3 Kommentare 23.2.07 09:56, kommentieren

Heimat und Ort und Zeit

Orte verändern sich mit der Zeit. Zeit kann auch Heimat sein.

"Aber ich lebe doch in der Vergangenheit. Ich kann nur in der Vergangenheit oder in der Zukunft bestehen." (Klostermann, paraphrasiert)

Die Vergangenheit ist ein Ort voller Erlebnisse, welcher in einem Bündel an Gefühlen und Erinnerungen wach ruft. Die Zukunft ist ein Ort voller Abenteuer und Wünsche, welcher spätestens in der Zukunft automatisch ein Teil von uns wird und uns prägt. In der Gegenwart ist man heimatlos. Vielleicht findet man erst im Grab seine Heimat.

1 Kommentar 23.2.07 09:44, kommentieren

Der Knoten zwischen Geschichte und Ort

"Like here" - "Ungefähr hier", sagt die Frau und deutet mit vager Geste ein Fenster in der Luft an. Sie läuft über eine Wiese. Die Frau erzählt, was wo war und was stattgefunden hat in der Wohnung ihrer Großmutter in Sarajewo. Sie berichtet über die Wohnung zu Lebzeiten ihrer Mutter und nach deren Tod, als sie selbst sie übernommen hatte, bis sie für ein Stipendium vorübergehend nach Frankreich ging. Es kam Krieg nach Bosnien Herzegowina. Die Wohnung wude zerstört und die Frau, es ist Maja Bajevic, blieb in Frankreich.

Das Video ist einfach und erklärt sich von selbst. Was aber passiert genau? Die Künstler Bajevic und Licha betreiben eine besondere Form der Erinnerungsarbeit. Statt Relikte der Vergangenheit hervorzuholen und trauernd zu beschreiben oder über das Verlorene möglichst obektiv zu berichten, zeigen sie eine persönliche Erinnerung als Bewegung duch Raum und Zeit. Maja Bajevic geht den unsichtbaren Grundriss der früheren Wohnung ab, malt die Einrichtungsgegenstände in die Luft und wiederholt dabei die mit ihnen verknüpften Stationen des gelebten Lebens der Familie. Die Bewegung durch den erinnerten Raum und die Verknüpfung mit der Vergangenheit bedingen einander und treiben sich gegenseitig an.

Das Video macht deutlich, wie stark Lebensgeschichten an konktrete Orte gebunden sind. Vielleicht ist Heimat nichts anderes als dieses untrennbare Ineinander von einem bestimmten Raum und der in ihm gelebten Geschichte.

Dies wird meist erst dann bewusst, wenn man diesen Ort aufgrund irgendwelcher Umstände verlässt.

 

ZEIT online, 9.12.2005

 

1 Kommentar 21.2.07 21:22, kommentieren